Informationen aus dem Netz liegen weit vorne. Zwei Dinge sind klar:
1. Wir befüllen das Internet täglich mit etlichen Daten: Input-Flut. Wir sind in der Lage uns als aktive Akteure in einem öffentlichen Raum zu bewegen, indem wir unsere Meinungen publizieren. Was nutzen diese Informationen, die wir ins Internet einspeisen? Was für Konsequenzen hat das für das mediale Denken?
2. Informationsbeschaffung im Internet ist kinderleicht. Das Internet bietet keine Hindernisse an Meinungen zu kommen. Informationen sind im Überfluss vorhanden. Wir schließen an Punkt 1 an. Welche Informationen spielen für uns eine Rolle? In welchen Kontext setzen und verwenden wir die im Netz gesammelten Informationen?
Man könnte meinen, das Internet steht für andauernde Aktualität. Diese ist nicht unerheblich von ihren aktiven Akteuren abhängig. Das Internet funktioniert - informationstechnisch betrachtet - ähnlich wie z.B. das Fernsehen oder wie ein Virus. Es passiert etwas und ein Dominoeffekt wird ausgelöst. Informationen werden in alle Ecken getragen und verarbeitet. So funktioniert globales Denken. Und je schneller dieser Prozess abläuft, desto relevanter wird sein Prinzip.
Der Informationsbedarf unterliegt einer Metamorphose. Ist doch logisch, dass sich das Verhalten im Bezug auf Informationsumgang verändert. Die Frage ist, was bedeuten Informationen aus dem Netz? Sie sind bedeutender als Informationen aus Zeitungen, Zeitschriften oder dem Fernsehen. Denn wann immer jemand Nachrichten macht unterliegt er einem Zeitprozess des Machens. Das Internet beschleunigt dies nicht nur, sondern bietet zeitgleiche Auseinandersetzung mit dem Thema. Das heißt natürlich nicht automatisch, dass die Qualität und Seriosität der Information steigt. Das Gegenteil ist möglicherweise der Fall. Wir haben keinen Nachrichtensprecher, der uns kompetent in die Kamera grinsend das Gefühl vollständiger Informiertheit suggeriert. Wir haben keinen Einfluss auf das was er zu sagen hat. Und wir können daran nicht teilhaben. Und wir glauben daran, dass die uns gesendete Information vollständig und richtig ist.
Wie kann sie das sein? Kann sie nicht. Nicht im Alltag. Nachrichten im Fernsehen decken uns fragmentartig mit Informationen ein, die wir schon allein aus Rezeptionsgründen nicht näher beleuchten werden. Das Internet eignet sich hervorragend dafür. Dass hier allerdings auch eine sehr ernstzunehmende Gefahr liegt, sollte nicht missachtet werden. Trittbrettfahrerei, Falschmeldungen und Enten, anonyme Publikationen. Das Internet benötigt einen Redakteur für Informationen. Einen Prototypen mit Google als Gehirn. Ein unmögliches Unterfangen.
Immer mehr Menschen beschaffen sich ihre Informationen aus dem Netz. Darunter haben viele andere Informationstransporteure zu leiden (Vgl: faz.net). Das an sich kann nicht die Gefahr sein. Wichtiger ist, wie die Menschen diese Informationen aufnehmen, wie sie damit umgehen, ob sie diese nachprüfen und vor allem wie sie sich in einer Diskussion zu diesen beteiligen.
Man könnte ja fast davon ausgehen, das Fernsehen sei ein trotziges Kind, das auf das neue Informationsbeschaffungsverhalten reagiert, und zwar ironischerweise mit Informationsschwund.
Der Technikwandel hat einen medialen Wandel bewirkt. Allerdings stehen wir vor einem ähnlichen Dilemma, wie die Raumfahrt. Die von uns geschaffene Rezeptionswelt übersteigt noch gefühlt unsere Rezeptionsfähigkeiten. Das hat die Tageszeitung nie getan. Weil sie stets aktuell war. Das Informationskräftemessen zwischen den Zeitungen und dem Internet ist so fair wie ein Wettrennen zwischen einem Dreirad und einem Formel 1 Flitzer.
Die Frage der Qualität kann man schnell ignorieren, wenn man soviel auf einmal wahrnehmen muss… im Internet.