Monatsarchiv für Juli 2008

Verbesserung der automatischen Lokalisierung von Artikeln

Geschrieben: am 28.07.2008 um 09:00 Uhr
Autor: Robert

Im Rahmen einer Diplomarbeit von Henning Rauch (TU Ilmenau) soll die automatische Zuordnung eines Artikels zu einem geografischen Punkt verbessert werden. Dafür wird ein sogenanntes „Geographic Information Retrieval System“ (GIR) zur Kategorisierung von redaktionellen Texten entwickelt. GIR verknüpft klassisches Information Retrieval mit geographischen Metadaten.

Ziel dieses Projektes ist es, die bisher Trefferquote der automatischen Zuordnung von Artikel - Stadt weiter zu verbessern. Um dies zu erreichen, wird eine neue Suchmaschine zur fokussierten Suche konzipiert und implementiert. Dabei werden ausgefeilte Techniken aus den Bereichen Computerlinguistik und Text Engineering eingesetzt.

Probleme, wie die Ambiguität (Doppeldeutigkeit) bei bestimmten Städten - es gibt viele Frankfurts - oder bislang falsch erkannte nicht geographische Relevanzen eines Textes (Essen – Stadt und Essen – Mahlzeit), werden durch umfangreiche Metadaten- und Grammatik-Analyse der jeweiligen Artikel deutlich rückläufig sein. Die Diplomarbeit orientiert sich dabei an den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu diesem Thema und wird die bisher entwickelten Techniken zum GIR innovativ miteinander verknüpfen und weiterführen.

Wir werden an dieser Stelle weiter über dieses spannende Projekt berichten.

Kategorie: Projektnews
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Informationen aus dem Netz

Geschrieben: am 25.07.2008 um 11:28 Uhr
Autor: Newskraft

Informationen aus dem Netz liegen weit vorne. Zwei Dinge sind klar:

1. Wir befüllen das Internet täglich mit etlichen Daten: Input-Flut. Wir sind in der Lage uns als aktive Akteure in einem öffentlichen Raum zu bewegen, indem wir unsere Meinungen publizieren. Was nutzen diese Informationen, die wir ins Internet einspeisen? Was für Konsequenzen hat das für das mediale Denken?

2. Informationsbeschaffung im Internet ist kinderleicht. Das Internet bietet keine Hindernisse an Meinungen zu kommen. Informationen sind im Überfluss vorhanden. Wir schließen an Punkt 1 an. Welche Informationen spielen für uns eine Rolle? In welchen Kontext setzen und verwenden wir die im Netz gesammelten Informationen?

Man könnte meinen, das Internet steht für andauernde Aktualität. Diese ist nicht unerheblich von ihren aktiven Akteuren abhängig. Das Internet funktioniert - informationstechnisch betrachtet - ähnlich wie z.B. das Fernsehen oder wie ein Virus. Es passiert etwas und ein Dominoeffekt wird ausgelöst. Informationen werden in alle Ecken getragen und verarbeitet. So funktioniert globales Denken. Und je schneller dieser Prozess abläuft, desto relevanter wird sein Prinzip.

Der Informationsbedarf unterliegt einer Metamorphose. Ist doch logisch, dass sich das Verhalten im Bezug auf Informationsumgang verändert. Die Frage ist, was bedeuten Informationen aus dem Netz? Sie sind bedeutender als Informationen aus Zeitungen, Zeitschriften oder dem Fernsehen. Denn wann immer jemand Nachrichten macht unterliegt er einem Zeitprozess des Machens. Das Internet beschleunigt dies nicht nur, sondern bietet zeitgleiche Auseinandersetzung mit dem Thema. Das heißt natürlich nicht automatisch, dass die Qualität und Seriosität der Information steigt. Das Gegenteil ist möglicherweise der Fall. Wir haben keinen Nachrichtensprecher, der uns kompetent in die Kamera grinsend das Gefühl vollständiger Informiertheit suggeriert. Wir haben keinen Einfluss auf das was er zu sagen hat. Und wir können daran nicht teilhaben. Und wir glauben daran, dass die uns gesendete Information vollständig und richtig ist.

Wie kann sie das sein? Kann sie nicht. Nicht im Alltag. Nachrichten im Fernsehen decken uns fragmentartig mit Informationen ein, die wir schon allein aus Rezeptionsgründen nicht näher beleuchten werden. Das Internet eignet sich hervorragend dafür. Dass hier allerdings auch eine sehr ernstzunehmende Gefahr liegt, sollte nicht missachtet werden. Trittbrettfahrerei, Falschmeldungen und Enten, anonyme Publikationen. Das Internet benötigt einen Redakteur für Informationen. Einen Prototypen mit Google als Gehirn. Ein unmögliches Unterfangen.

Immer mehr Menschen beschaffen sich ihre Informationen aus dem Netz. Darunter haben viele andere Informationstransporteure zu leiden (Vgl: faz.net). Das an sich kann nicht die Gefahr sein. Wichtiger ist, wie die Menschen diese Informationen aufnehmen, wie sie damit umgehen, ob sie diese nachprüfen und vor allem wie sie sich in einer Diskussion zu diesen beteiligen.

Man könnte ja fast davon ausgehen, das Fernsehen sei ein trotziges Kind, das auf das neue Informationsbeschaffungsverhalten reagiert, und zwar ironischerweise mit Informationsschwund.

Der Technikwandel hat einen medialen Wandel bewirkt. Allerdings stehen wir vor einem ähnlichen Dilemma, wie die Raumfahrt. Die von uns geschaffene Rezeptionswelt übersteigt noch gefühlt unsere Rezeptionsfähigkeiten. Das hat die Tageszeitung nie getan. Weil sie stets aktuell war. Das Informationskräftemessen zwischen den Zeitungen und dem Internet ist so fair wie ein Wettrennen zwischen einem Dreirad und einem Formel 1 Flitzer.

Die Frage der Qualität kann man schnell ignorieren, wenn man soviel auf einmal wahrnehmen muss… im Internet.

Kategorie: Journalismus 2.0
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Vertrauen in was eigentlich?

Geschrieben: am 22.07.2008 um 16:19 Uhr
Autor: Newskraft

Es ist ganz logisch, dem Wahrheitsanspruch von Blogs Misstrauen entgegen zu bringen (im Bezug auf deren Inhalt, nicht das Medium an sich). Zumindest in Deutschland. Da stellt sich jedoch die Frage, inwiefern der Rezipient den klassischen Medien Vertrauen kann?

Nur jeder fünfte Deutsche liest Blogs überhaupt mal. Das sind also knapp 16,4 Millionen Leser die nach einigen Angaben knapp 200 000 aktive Blogs verfolgen könnten (Vgl. spiegel online). Die deutsche Blogosphäre ist jedoch nicht mal ansatzweise so politisch motiviert, wie beispielsweise die amerikanische. Woher soll das Vertrauen kommen?

Auf deutschen Blog-Lesungen tummeln sich neben den Bloggern auch Interessierte herum. Dabei gibt es viele Punkte, die bemerkenswert sind, wobei ich nur einen nennen möchte:

Viele Nicht-Blogger, die solche Events besuchen, kennen das publizistische Instrument Blog gar nicht. Welchen Content sollen diese Menschen dann kennen. Wo soll das Vertrauen dann herkommen. Solche Menschen gehen tagtäglich mit dem Internet um. Fraglich, ob sie sich ihre Informationen aus dem web holen. Die Nutzgewohnheiten beschränken sich auf Weniges. Eigenartigerweise bewegen sich solche Menschen nicht selten in Social-Communities. Sie kommunizieren via www. Es ist also nicht so, dass sie kein Vertrauen gegenüber Blog-Content haben, vielmehr können die meisten gar nichts kategorisieren. Das liegt möglicherweise daran, dass die deutsche Blogosphäre (noch) kein richtiges Profil hat. Das liegt daran, dass das www für viele noch das ist, was für andere das Fernsehen ist.

Das Fernsehen ist in den seltensten Fällen informierend. Es ist eine Manege für Unterhaltung, die selbst vor Tagesnachrichten nicht Halt macht und eine geringe Halbwertszeit hat, weil kaum etwas jemanden erreicht, dass in irgendeiner Form Einfluss auf die Lebensweise des Rezipienten hat. Blogs sind in der Hinsicht wesentlich kritischer. In Amerika haben sie Einfluss, in Deutschland eben (noch) nicht.

Um in irgendeiner Form Vertrauen zu einem Medium wie einem Blog zu gewinnen, bedarf es einem Profil. Journalisten, die bei einer Zeitung arbeiten, genießen eher das Vertrauen, als Mr. X aus Kleinkleckersdorf. Es geht also um die Menschen dahinter. Auch. Wichtiger ist jedoch das Medium an sich. Man vertraut dem Medium. Man bezahlt für eine Tageszeitung. Journalisten kommen an Politiker ran, Journalisten bleiben Informationen (meistens) nicht verwährt. Das ist eine Grundlage um Vertrauen aufzubauen. Vertrauen allerdings mit Wahrheitsanspruch gleichzusetzen ist in hohem Maße seltsam.

Dass das Printmedium beginnt zu schwächeln, heißt ja nicht zwangsläufig, dass es auch abgelöst wird bzw. dass das Vertrauen in dieses verloren geht. Wir befinden uns in einer Phase der Neustrukturierung, in der alles chaotisch abläuft. Und niemand interessiert sich wirklich für die Bedürfnisse des „Lesers”. Man streitet lieber über den medialen Umbruch und die möglichen Auswirkungen und über die Frage des Vertrauens…

Kategorie: Journalismus 2.0
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Blogs als Denkanstöße

Geschrieben: am 16.07.2008 um 10:29 Uhr
Autor: Newskraft

Dass Weblogs hin und wieder Themen aufgreifen, welche trotz ihrer gesellschaftlichen Bedeutsamkeit in den Massenmedien kaum Berücksichtigung finden, ist bei vielen Journalisten und Bloggern angekommen. Auch die journalistische Fachliteratur kommt nicht drum herum das ein oder andere Wörtchen dazu zu verlieren. Blogs als ein nicht mehr ignorierbares Medium anzuerkennen, ist zwar noch nicht überall angekommen - was mitunter sicher auch an der schwach ausgeprägten Diskussionskultur in Deutschland liegt - wird ab und an allerdings auch mal lobend erwähnt. Gerade da, wo der klassische Regional- oder Lokaljournalist nicht hinschauen kann, finden sich Menschen, die den Lesern eine Alternative bieten können, wie im Falle der Thüringer Blogzentrale. Oftmals wechseln die aufgezwungenen Rollen bei derartigen Projekten die Seiten. So läuft die Inspiration betreffs Themen nicht mehr einseitig ab. Journalisten nutzen solche Blogs mit großer Wahrscheinlichkeit als Quelle für die eigene Themenfindung. Auch wenn bei diesem Prozess bei vielen Journalisten das Messer in der Hosentasche aufklappt. Kritische Denkanstöße kommen mehr und mehr aus dieser Ecke.

Natürlich nicht zu kritisch, denn die Abmahnwalze fährt ja alles platt, was irgendwie eckig aussieht.

Projekte wie die TBZ sollte man also durchaus als eine ernstzunehmende Alternative zu regionalen klassischen Medien sehen, die eben diese ergänzen.

Kategorie: Journalismus 2.0
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Blogs: Seriosität und Relevanz

Geschrieben: am 10.07.2008 um 16:53 Uhr
Autor: Newskraft

Die Frage nach der Relevanz von Blogs ist im Grunde ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite, steht eine aufgeladene und nachvollziehbare Diskussion auf der Tagesordnung: die überragende Mehrheit der Blogs liefert keine relevanten Inhalte. In einem Interview, äußerte sich Rainer Meyer, ein Journalist, der unter dem Pseudonym Don Alphonso zwei Weblogs betreibt (Blogbar, Rebellen ohne Markt), auf die Frage, ob Bloggen und Qualitätsjournalismus ein Widerspruch sei, folgendermaßen:

»Bloggen ist das Befüllen des Internets mit Text. Der Text kann so und so sein.«

Eine diplomatische Antwort. Eine gute und richtige Antwort. Sofort schießt einem das C&P-Verfahren in den Kopf, dicht gefolgt von einem Naserümpfen. Klar ist, was mit so und so gemeint war. Nicht klar ist die andere Seite der Medaille: Können Blog-Inhalte überhaupt relevant werden, wenn man das publizierende Instrument Blog nicht als solches begreift und akzeptiert? Oder anders gefragt, wenn man Bloggern relevante Inhalte verweigert, wo soll der relevante Content herkommen? Den kann man sich natürlich auch selbst erarbeiten, ist ja nicht so als hätten wir in den heutigen Tagen keine Möglichkeit an Informationen zu kommen. Hier geht es aber um Informationen aus erster Hand, welche Bloggern vorenthalten werden. Wie im folgenden Fall.

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Kategorie: Journalismus 2.0
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Journalismus auf neuen Wegen

Geschrieben: am 09.07.2008 um 12:54 Uhr
Autor: Newskraft

Bloggen ist auch für den Journalisten ein wichtiges publizistisches Instrument geworden. Jeder Journalist, der dieser Tatsache den Rücken zukehrt - aus welchen Gründen auch immer - kämpft sehr bald alleine gegen Windmühlen. Ohne Rosinante. Journalistikstudenten werden solche neuartigen Werkzeuge mittlerweile schon im Studium beigebracht. »Aber es wäre ein Fehler zu denken, das alleine wäre es, was die neuen Medien für den Journalismus bedeuten«, sagt auch Jeff Jarvis, ein bloggender amerikanischer Journalist und Professor für interaktiven Journalismus an der City University of New York. Durch neuartige Werkzeuge entstehen neue Beziehungen. Man kann Jarvis also nur recht geben, wenn er sagt: »Es geht um das Verständnis dieser veränderten Beziehung zum Publikum.«

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